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28.8.09

Italientour teil 2

Wir wachten natuerlich verspaetet auf. Sehr verspaetet! Und wer war es, dessen grausam saegende Stimme sich in meine unschuldige Schlafwelt bohrte? Lionel Whaton!!! Der MR.Lost in translation. Lost in translation weil: Einige Stunden spaeter, als wir uns endlich im Bus befanden, mussten wir einen kurzen Stop einlegen, um fuer Murxens versagende Bassdrumfussmaschine einen Imbusschluessel zu besorgen. In Triest sind zu jeder Tageszeit Parkplaetze Mangelware. Bushaltestelle. Da da da!!! Parken parken parken! Ich machte die Tuer auf, stieg aus und sagte zu den wartenden Italienern: “entrada”!!! Eine Dame, die auf den Bus wartete, musste schmunzeln. Sie fragte uns wohin die Reise denn ging. Worauf Lionel ihr auf Italienisch anbot: “Vai a Milano. Entrar!” Daraufhin beteuerte die Frau, dass ihr Milano nichts bringe, da sie jetzt nach Hause muesse, um ihrem Hunger ein Ende zuzubereiten. Sie fragte uns was wir fuer ein lustiger Haufen seinen. Wir erklaerten ihr, dass wir eine Band sind und auf Tour seien. Lionel:”Tom uno Cantar die mui, macho, bueno” und “Eros Ramazotti vai alla Casa!”. Sprich, er hat der armen, nichtsahnenden, auf ihren Bus wartenden, hunrigen Dame klar gemacht, dass Eros Ramazotti nachhause gehen kann, weil unser Saenger Tom ein sehr guter Machosaenger ist. SCHNELL WEG!!!

Fuenf Stunden Fahrt. Stop am Autogrill. Heiss, allerdings schon aklimatisierter als am Tag zuvor. Wir ueberholten Franzis und Feline und zeigten ihnen Mond und Blumenstrauss. Franzis zeigte uns als Antwort die in der Hoehle haengende rot floreszierende Fledermaus. Es war insgesamt ein waghalsiger schreckenseregender Schlagabtausch der sich gewaschen hat. Das muesst ihr nicht verstehen. Also alles in allem eine amuesante entspannte Reise nach Biella zum Ride Again Festival. Aus der Fahrt ergab sich auch ein sehr schoener Vergleich von Jamaram zu Haribo Colorado. Fuer jeden was dabei. Ein Konzert fuer die ganze Familie. Eine bunte mischung. Jamaram-Haribo Colorado.

Endlich auf der Bergstrasse zum wunderschoenen Ride Again Fetival. Der Weg gesaeumt von Polizei Kontrollposten. Umso groesser die Verwunderung darueber, dass es moeglich war, auf dem Festival jedem Zweiten mit einem Spinello im Gesicht zu begegnen. Etwas was bei uns leider nicht moeglich waere. Chiemsee Reggae Summer, wo der Backstagebereich von Zivilbullen vor einigen Jahren gefilzt wurde. Es reicht ja nicht wenn man an einem Reggaekonzert die Besucher kontrolliert, man sollte auf keinen Fall die Kuenstler aus Jamaika und dem Rest der Welt unueberpruefft lassen. Andere Kulturen, andere Sitten. Aber ned bei uns!!! In diesem Sinne ein wunderschoens Festival. Wiedermal die Italiener. Gefeiert und getanzt. Green Leaf- kein Problem. Moshpitt und alles was dazugehoert. Alles aber kein Vergleich zu dem was dann kam. Wir konnten es selber gar nicht fassen. ZION TRAIN!!! Die Reggaeantwort auf Deichkind. Nur, dass es Zion Train ungefaehr 15 Jahre laenger gibt. Leck mich fett! Ich wurde noch nie so laut und umbarmherzig von so alten Maennern weggefegt. Wie sich danach herausstellte, hatten die Jungs vor uns aber auch die Hosen voll. Sie sollen sich angeblich ernsthaft im Spass ueberlegt haben uns die Instrument wegzunehmen und darauf rumzuspringen. “Your Drummer is a Wepon break his arms!”. Kurz: wir haben uns gegenseitig den Bauch mit Honig eingeschmiert und fanden gut dass wir uns gegenseitig gut fanden. Und das gleiche gilt fuer die Leute von Biella. Wir fanden sie mega gut und sie freuten sich offensichtlich darueber, dass wir sie megagut fanden.

27.8.09

Italientour teil 1

Der ganze Tag begann schon sehr frueh denn es mussten Filu, Ich (Sam I Am), Nik, Tom und Lionel in Niederbayern abgeholt werden. Wir verbringen derzeit jede freie Minute in Niederbayern um unser upcomming Album aufzunehmen, welches uebrigens famos sein wird. An besagtem Tag befanden sich also noch ein Teil der Band in Niederbayern. Es stand viel an: 6 Uhr aufstehen, 9 Uhr mit dem Bus in Niederbayern sein, 16 Uhr Ankunft in Triest. Einchecken im Hotel 17 Uhr, 18Uhr Soundcheck, dann Abendessen und um 24 Uhr Showtime. Wenn ich jetzt so drueber nachdenke ein 24 Stundentag voller Freude und Erschoepfung.

Was geschah: Nachdem die halbe Band abgeholt war stand eine wunderschoene und lange Fahrt nach Italien, ueber die Alpen, an. Auf dem weg verliebte ich mich in eine Mautstationsfrau. Es war sehr heiss und es sassen mir noch eine Vielzahl an Weissbier in den Knochen (in Muenchham, dem Ort in dem wir das zukuenftige Album aufnehmen, gibt es ein unglaublich gutes Weissbier. Koesslarner. Mmmhhh.). Deswegen fiel mir die Aklimatisierung schwer und wir kamen alle ziemlich fertig und verklebt im Hafen von Triest an. Es blieb uns nichts anderes uebrig als sofort uns die Klamotten vom Leib zu reissen und ins Mittelmeer zu springen. Die Reise musste abgewaschen werden. Derbe Erfrischung. Rostgeschmack gepaart mit Hafensalzwasser. Wir in Boxershorts inmitten des Triester Touristenzentrums. Fragende Blicke der Ein”hai”mischen. Die Leute in Muenchen wuerden genau so schauen wenn jemand in den Olympiasee springen wuerde...

Nachdem wir in unsere Bleibe eingekehrt waren ging es dann ab in das Freibad am Meer welches gleichzeitig die Konzertlocation war. Terassen auf Stelzen ueberdacht von Terassen und dazwischen Meer. Es stellte sich raus das die Kombination Lionel und Sprungbrett wie Fosfor und Wasser ist. Lionel der mit abstand weisseste Mensch den man in Triest je sah mit noch weisseren, durchsichtigen Boxershorts verblueffte uns und die anderen Badegaeste mit einem Handstand auf dem 5 Meterbrett, einem Rueckwaertssalto und einem doppelten Vorwaertssalto auch vom Fuenfer. Unglaublich gut!!! Lionel ist es auch, der die Voelkermissverstaendigung am Meisten von uns allen betreibt. Obwohl er, wie er selber sagt, ganz nah dran ist sich problemlos auf Italienisch verstaendigen zu koennen. Insgesamt war es ein toller Abend. Tom schlaegt sich mit Italienisch echt nicht schlecht und obwohl die Triester anscheinend zu geizig sind 5 € fuer ein Konzert auszugeben, war es gar nicht mal so leer. Greenleaf kein Problem fuer die Italiener. Getanzt haben sie. Gefeiert haben sie. Und wer nicht da war hatte schon.

Was auch noch unbedingt erwaehnt werden muss, sind die heroischen Taten die Tom und Peppi auf der Slackline vollbracht haben. Waghalsige Spruenge und ein Rad auf der Slackline sind die Neuentdeckungen.

Sehr viel Birra Moretti und Gin Tonik machten das Ganze zu einem langen, feuchten, unvergesslichen Abend. Nachdem wir zu Fuss endlich an unserer Unterkunft angekommen waren, erwischte mich Tom noch auf dem Klo beim auschecken meiner Gesichtsmimik. Es muss recht intressant ausgesehen haben, denn als ich schon auf meiner Matraze ins Lalaland ueberging hoerte ich noch Tom irgendwo in der Ferne lachen.